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Die heutige Windmühle wurde im Jahr 1880 erbaut. Vom Mühlentyp her handelt es sich um einen so genannten "Galerieholländer".

Im Erdgeschoss und den darüber befindlichen Böden besteht die Mühle aus einem steinernen "Stumpf". Der obere Rand dieses Unterbaus wird von der "Galerie" umschlossen. Sie dient als Arbeitsplattform und wird auch "Swichtstelling" genannt. Hier kann der Müller die Mühle von außen begehen und dabei den "Fuchs", die Bremse zum Anhalten oder Lösen der Mühlenflügel, bedienen.

Die Galerie wird auch genutzt, wenn der Müller die Kraft des Windes noch intensiver nutzen möchte und zu diesem Zweck die Flügel mit Segeltüchern bespannt.

Oberhalb der Galerie schließt sich der aus einer Holzkonstruktion bestehende "Achtkant" an, wo im Inneren der Mühle zahlreiche große und kleine Zahnräder wie in einem Uhrwerk ineinander fassen. Sie übertragen die Kraft des Windes von den Flügeln zu den Mahlgängen. Auf dem "Achtkant" liegt die drehbare Kappe mit dem Flügelkreuz und der Windrose. Verändert sich die Windrichtung, so erfüllt die Windrose die Aufgabe, die Ausrichtung der Mühlenflügel zu korrigieren.

Bevor diese Mühle erbaut worden ist, befand sich einige Meter westlich des gegenwärtigen Standortes eine hölzerne Bockwindmühle. Sie wurde im Jahre 1569 im Auftrag des Landesherrn Graf Edzard 11 errichtet.

Alte Urkunden belegen sogar, dass es vor 1569 schon eine andere Windmühle in Marienhafe oder Upgant-Schott gegeben haben muss. Über den genauen Standort und das Schicksal jener Mühle geben die uns bekannten Quellen jedoch keine Auskunft. Die Bockwindmühlen übertrafen in ihrer Anzahl bis in das 18. Jahrhundert hinein alle übrigen Mühlentypen. Heute existiert im ostfriesischen Raum nur noch in der Gemeinde Dornum ein derartiges Bauwerk.

Ein schwerer Schlag in der Geschichte des heutigen Galerieholländers ereignete sich am 15. Mai 1934. Die Mühle brannte bis auf den steinernen Stumpf ab. Der Wiederaufbau begann noch im selben Jahr, wobei die notwendigen Materialien zu einem großen Teil aus einer stillgelegten Mühle aus Bad Zwischenahn stammten.

Bis zum Jahr 1990 betrieb die hiesige Müllerfamilie schließlich in achter Generation das Mühlengewerbe an diesem Standort. Auch der letzte Müller, August Brüderle, nutzte dabei so weit wie möglich den Wind als Antriebskraft.

Nachdem die Mühle nicht mehr gewerblich genutzt wurde, übernahm im Jahr 1991 der neu gegründete Mühlenverein Upgant-Schott e. V. das Gebäude mit einigen Nebenanlagen und verfolgt seither das Ziel, die Mühle zu pflegen und zu erhalten.

Mit Unterstützung von vielen Seiten führte der Mühlenverein nach und nach viele Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten an der Mühle durch, die das historische Gebäude heute in neuem Glanz erstrahlen lassen.