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Dieses Häuschen neben der Upganter Mühle wurde im Jahr 1825 gebaut. Es ist somit eines der ältesten noch erhalten gebliebenen kleinen Wohnhäuser in Upgant-Schott und etwa ein halbes Jahrhundert älter als die Mühle.

Der Müller Johann Bruns erwarb das Haus 1877. Die volkstümliche Bezeichnung "Müllerknechthaus" ist darauf zurückzuführen, dass das Häuschen viele Jahrzehnte von dem in der Mühle tätigen Arbeiter Jann Janssen und seiner Frau Gretje, Jannohm und Gretjemöh genannt, und ihren vier Kindern bewohnt wurde. Nach dem Tod ihrer Eltern blieb noch eine Tochter dort wohnen. Seit 1979 stand das Haus leer und verfiel zusehends.

Das seit 1979 leerstehende Müllerknechthaus im Jahr 1994, verwunschen aber scheinbar dem Verfall preisgegeben. Zunächst bemühten sich Mitglieder des Heimatvereins Schottjer Dreesche um die Erhaltung.

1991 stellte die Müllerfamilie Sterrenberg/Brüderle dem Mühlenverein Upgant-Schott das Häuschen zunächst für die Dauer von 30 Jahren "zur Nutzung zur Verfügung". Aber an eine Nutzung war vorerst nicht zu denken.

Trotz des desolaten Zustandes des Gebäudes waren der Mühlenverein und die Gemeinde Upgant-Schott sich einig, das "Ensemble" Mühle - Müllerhaus - Müllerknechthaus zu erhalten.

Schließlich gelang es, im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in der Trägerschaft der Gemeinde, Arbeiter zur gründlichen Sanierung des Knechthauses zu beschäftigen.

Auch die Finanzierung der Materialkosten wurde zugesichert, so dass Ende 1994 mit den Arbeiten begonnen werden konnte.

Die Bauleitung übernahm der Mühlenverein. Bei den Arbeiten wurde versucht, die alte Bausubstanz weitgehend zu erhalten. Dies gelang aber nur zum Teil. Insbesondere das Hinterhaus und das Dach mussten abgetragen und mit dem noch verwendbaren Material wieder hergerichtet werden. In die hintere Stallwand wurden die alten Klosterformat-Steine, die vermutlich von dem 1819 eingestürzten Chor der Kirche Marienhafe stammten, wieder eingebaut. Dacherneuerung Wohnküche vor der Renovierung Die Wohnküche wurde in herkömmlicher Art mit roten Backsteinen ausgepflastert und bekam an der Giebelwand als "Schmuckstück" wieder eine mit alten Fliesen ausgekleidete offene Feuerstelle. Auch die "Butzen" (Wandbetten) wurden erneuert und wieder eingebaut. Die Arbeiten konnten, mit Unterbrechungen, nach rund zwei Jahren abgeschlossen werden.

Mit dem kleinen Arbeiterhaus bleibt Upgant-Schott ein Baudenkmal erhalten, das die bescheidenen Lebensverhältnisse früherer Zeiten dokumentiert.

Seit November 2008 wird das schmucke Häuschen als offizielles Trauzimmer der Samtgemeinde Brookmerland genutzt. Durch die rustikale, aber dennoch feierliche Atmosphäre, die im kleinen Wohnteil des Müllerknechthauses herrscht, nachdem unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer es in „Hochzeitsglanz“ versetzt haben, ist bei den Hochzeitern sehr beliebt. Eine Bildergalerie und weitere Ausführungen geben Ihnen mehr Informationen zu den Möglichkeiten, sich in dem Knechthaus trauen zu lassen oder in der großen Mühle zu feiern.